Am Samstag den 24.04. fand in Oldenburg wieder eine Veranstaltung von „Querdenken441“ statt. Dieses Mal gab es, im Gegensatz zur Veranstaltung am 10.04.2021, vor der Demonstration noch eine kurze Kundgebung. Es nahmen etwa 160-180 Personen teil, auch dieses Mal waren viele bekannte Gesichter dabei.
Ihnen stellte sich ein Gegenprotest mit etwa 80 Personen entgegen.
Die Reden der Querdenker*innen
Wolfgang Bose, Anmelder der Veranstaltung, eröffnete mit einer Rede, in der er die BRD wahlweise als „absolutistisch“, „Diktatur“ und „faschistischen Schurkenstaat“ bezeichnete. Auch die Erzählung, „Querdenken“ sei „die wahre Antifa“ durfte nicht fehlen.
Wolfgang Bose zitiert in seiner Eröffnungsrede Mussolini um Faschismus zu definieren, daraus schließt er, dass heute zum Beispiel die Allianz zwischen Bill Gates und Gavi faschistisch sei. Er versucht außerdem den Begriff „Neusprech“, der in Orwells Roman „1984“ verwendet wird, auf die heutige Situation anzuwenden. Bose relativierte den Nationalsozialismus mit den Worten: „das hatten wir schon Mal“. Er unterbrach seine Rede immer wieder, da ihm der Gegenproteste zu laut war: https://twitter.com/Pixel_Matsch/status/1385926936128540673?s=20.
Danach folgte Mal wieder ein Redebeitrag von Olaf Kastner. Er sprach davon, dass ein psychologischer Krieg und ein Bürgerkrieg geführt werden würden und, dass er als ehemaliger Soldat, sein Leben aufs Spiel setzen würde, um die Menschenrechte zu verteidigen. Auch bezeichnete er die Regierung als „faschistoid“. An sich die selbe Leier wie immer, mit dem Unterschied, dass Kastner in Reichsbürger*innen Rhetorik über das von „den Besatzertruppen genehmigte Grundgesetz“ sprach, bei dem er sich nicht sicher sei, ob es überhaupt eine echte Verfassung sei: https://twitter.com/cally0000/status/1385931830990409728. Hier lässt sich eine klare Radikalisierung erkennen: Kastner wird anschlussfähiger für Reichsbürger*innen.
Eine zweite Rednerin bezog sich positiv auf die Aktion #allesdichtmachen, bedankte sich bei den Schauspieler*innen die sich daran beteiligt hatten und erwähnte, dass sich auch die Partei „Die Basis„ [link] lobend dazu geäußert hätte – wenig überraschend, zumal ein Initiator der Aktion, Volker Bruch, schon am 13. März [Link netzpolitik.org] einen Mitgliedsantrag bei Die Basis stellte. Sie bezeichnete die aktuelle Situation als „Gesundheitsfaschismus“ oder wahlweise als „Gesundheitsdiktatur“. Außerdem ging sie fälschlicherweise davon aus, dass lediglich viele Tests zu hohen Inzidenzwerten führen würden. Olaf Kastner salutierte ihr nach ihrer Rede. Sie war auf der Demo als Ordnerin unterwegs und trug einen „Ich lasse mich nicht impfen“ Button.
Eine weitere Ordnerin die eine Rede hielt, erzählte, dass sie als Pflegekraft für Senior*innen arbeiten würde und froh sei, keine Bewohner*innen „an die Impfung verloren zu haben“. Sie wünschte sich mehr Beteiligung an den Veranstaltungen.
Auch Live Musik wurde gespielt, aus Bremen war Harald anwesend und hat seinen sexistischen Gesang („Wer stoppt endlich diese alte Schrulle“) zum Besten gegeben, in seinem Lied „Grundgesetz Blues“ sang er davon, dass sie das Volk seien, dass wer sie bekämpft, ein Faschist sei und sprach in antisemitischen Chiffren von „die da oben“.
Der Orga Kreis
Mit dabei waren wieder viele regelmäßig gesehene Personen, die dem Orga Kreis zuzurechnen sind. Unter anderem waren neben Wolfgang Bose auch Olaf Kastner, Anna Kastner Janßen, Kay Peters, Stephan Grimmig, Destan Luise Kilic und Enno Samp dabei.
Verbindungen zur AfD
Neben Enno Samp von der AfD, war auch Christa Zimmermann wieder bei der Kundgebung, allerdings ist sie dieses Mal nicht mitgelaufen, Enno Samp ist dagegen als Ordner mitgelaufen.
Verbindungen zu „Die Basis“
Auch von der Partei „Die Basis„ waren einige Mitglieder anwesend. Unter anderem waren Jeanette Harmjanz, Anne und Thomas Müller mit Kindern, Neeltje Marta Willemsen und Olaf Kastner da.
Weitere Teilnehmer*innen
Als Ordnerin war Christiane Schwarzhuber, eine Heilpraktikerin aus Hundsmühlen, in die Orga mit eingebunden. Auch Lothar Zöllner (in blauer Jacke) war anwesend.
Weitere Informationen
Die nächste Veranstaltung von „Querdenken“ in Oldenburg, soll ausgerechnet am 08. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, stattfinden. Eine dreiste Wahl von „Querdenken“, propagieren sie doch regelmäßig antisemitische Verschwörungsmythen. Es ist also damit zu rechnen, dass sie wieder versuchen werden, sich als „die wahre Antifa“ zu inszenieren und dass es zu NS Relativierungen kommen wird.
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