Henner Wenkhausen

Henner Wenkhausen vor dem "Querdenken" Infostand, Text im Bild: "Henner Wenkhausen:Fan von Propagandaständen in der Innenstadt und Möchtegern-Traumatherapeut

Henner Wenkhausen

Henner Wenkhausen aus Wardenburg ist vor allem für „Eltern stehen auf“ sehr aktiv und seit dem 01.09.2020 Ortsgruppen-Admin in deren Telegram Gruppe.
Er stellte sich am 08.08.2020 in der Gruppe vor und schrieb am gleichen Tag, dass er sich gerne zusammen mit anderen zur Aufklärung in die Innenstadt stellen würde.

Aktivität bei Telegram

In der Telegram Gruppe von „Eltern stehen auf“ teilte er u.a. Beiträge von Heiko Schrang, Ken Jebsen, RT deutsch („nur RT lässt noch frei reden“), Eva Herman und Compact Artikel („Skandal: Polizei beschlagnahmt Atteste von Kindern und macht Jagd auf Ärzte“). Außerdem von Daniele Ganser und Naomi Seibt.

Er teilte eine Petition von „PatriotPetition“ (Screenshot von Positionierungen auf der Seite) und wurde dafür von seinem Umfeld kritisiert. Er beschwerte sich am 23.08.2020 in der „Esa“ Telegram Gruppe, dass er kaum positive Resonanz für das Teilen der Petition bekommen hatte.
„PatriotPetition“, beschreibt sich als „Initiative aufrechter Patrioten“.
Sie sprechen sich mit klassischen rechten Floskeln explizit gegen „die Islamisierung des Abendlandes“ aus.
Auf der Seite finden sich rechtsradikale Positionierungen zu verschiedenen Themen, wie der sog. „Schutz des christlichen Kontinents“, der Erhalt der heterosexuellen Familie und Hetze gegen „Gender Ideologie“, Feminismus und Abtreibung.
Spätestens bei einem Blick auf die Seite, wird sehr schnell deutlich, wie rechts „PatriotPetition“ ist, auch wenn der Name die menschenfeindlichen Ideologien eigentlich schon vorwegnimmt.

Henner Wenkhausen fragt, was die Gruppe von der Petition und der Seite hält und schreibt, dass er von der Kritik gehört hätte, dass sich Querdenken nicht von „extrem Rechts“ distanziert.
Seine Frage dazu: „Sollte und könnte man dies tun?“.
Melanie antwortete daraufhin, dass es nicht leicht sei, mit solchen Fragestellungen umzugehen, ansonsten äußerte sich niemand in der Gruppe.
Obwohl Henner mehrere Nachrichten als Feedback auf diese Petition bekommen hatte, die sich explizit auf die rechten Positionierungen der Urheber*innen der Petition bezogen hatten, ärgert er sich darüber, kaum positive Resonanz bekommen zu haben.

Innerhalb der Telegram Gruppe von „Eltern stehen auf Oldenburg“, bezog sich Henner Wenkhausen mehrfach auf die angeblich an Masken verstorbenen Kinder, außerdem ist es in seiner Wahrnehmung Körperverletzung, wenn Kinder Masken tragen sollen.

Eine von ihm geteilte Nachricht vom 24.10.2020 spricht davon, dass „für die finale Phase des globalen Genozids“ alles vorbereitet sei.
In einer anderen Nachricht die Henner teilte, steht der Satz: „Das Ziel der neuen Weltordnung ist die Installation eines Systems nach dem Vorbild Chinas.
Eine von ihm weitergeleitete Nachricht kommentierte er mit den Worten, „da spricht mir jemand aus der Seele“.
Hier Auszüge aus der Nachricht: „Ihr schimpft über Herrn Trump und Herrn Putin, warum nicht über eure Sklavenhalter, eure Wärter, über eure Denunzianten?? Es wird ein grausames Erwachen geben das sage ich und viele angebliche Verschwörungstheoretiker und das ist gut so!! […] ihr seid dabei eine Hygienediktatur zu errichten […] Aber es ist für mich nicht egal, wenn ich dafür in Schutzhaft genommen werde und mich genauso verhalten soll.“

In der „Querdenken441“ Telegram Gruppe, schrieb er, dass ihn erst das Attest dazu ermächtigt hätte, ohne Maske unterwegs zu sein, er schrieb von „Deep State Blues“ die ihn befallen hätten und teilte ein Video zum sog. „Event201“ (ein Verschwörungsszenarion das den Mythos der vermeintlich geplanten Pandemie bestätigen soll).

Nach eigener Aussage war Henner Wenkhausen am 10.09.2020 bei einem Orga Treffen von „Eltern stehen auf“ Niedersachsen dabei.
In einer Sprachnachricht sagte er, es hätten sich die Ortsgruppenleiter getroffen und es sei festgestellt worden, dass sie mehr professionelle Unterstützung bräuchten (z.B. Ärzt*innen, Anwält*innen, Lehrer*innen) und sich besser vernetzen müssten, um einheitlicher agieren zu können.

Auch wenn Henner Wenkhausen sich nicht allzu oft selbst explizit zu seinen Positionierungen äußert, machen die Inhalte und Quellen die er teilt deutlich, welche Quellen er bevorzugt und wie er sich dazu positioniert.
Er hat kein Problem mit explizit rechten Positionierungen und auch nicht damit, auf rechte Strukturen zuzugreifen.
Das wird an dem Beispiel von „PatriotPetition“ sehr gut deutlich.
Er wundert sich, warum er Gegenwind für das Teilen der Petition bekommt und fragt dann auch noch in der Telegram Gruppe, ob es sinnvoll wäre, sich von rechten inhalten zu distanzieren (aber auch nur weil sie damit vermeintlich bei Linken auf Ablehnung stoßen würden), er persönlich scheint nicht die Notwendigkeit zu sehen, sich von rechten Positionen zu distanzieren, im Gegenteil er teilt sie und wundert sich über Kritik.


Aktivitäten zum Thema Schulen

Henner Wenkhausen ist auch sehr aktiv dabei, Schulen anzuschreiben und andere dazu aufzufordern, es ihm gleich zu tun.
Dafür legte er eine Liste mit allen Oldenburger Schulen an, um „Infoschreiben“ (teilweise über 30 Seiten) mit denen u.a. vor den vermeintlichen Gesundheitsrisiken durch Masken gewarnt werden soll und propagiert wird, die aktuellen Maßnahmen seien Kindeswohlgefährdung.
In einem Rundbrief von „Eltern stehen auf“ Oldenburg (September 2020), wird z.B. behauptet, die steigenden Infektionszahlen würden lediglich an mehr Testungen liegen.
Auch das blieb ziemlich erfolglos, so schrieb er am 28.10.2020: „Ich habe die Schulen hier per E-Mail angeschrieben und es kam bisher so gut wie null Feedback“.
Henner hatte einen Anwalt für ein Gutachten engagiert und fragte anschließend nach „Geldgeschenken“ in der Telegram Gruppe, außerdem wollte er sich Schreiben an Elternvertretungen an Schulen rechtlich absichern lassen.

Wenkhausen schlug außerdem vor, bei Krankenhäusern und Praxen anzurufen und zu fragen, es überhaupt Krankheitsfälle gäbe. Ein Tritt ins Gesicht für alle, die aktuell unter hohem Risiko und enormer Belastung in der Pflege und auf den überfüllten Intensivstationen arbeiten müssen.

Aktionen und Veranstaltungen an denen sich Henner Wenkhausen beteiligt hat

Immer wieder versucht Wenkhausen, Treffen und Aktionen zu organisieren, wie z.B. am 28.08.2020 ein Picknick auf dem Schlossplatz.
Auch hier oft keine Reaktionen in der Gruppe.
Henner ist aber nicht nur in den Gruppen aktiv, sondern auch bei Infoständen und Flyerverteilungen.

In der „Eltern stehen auf“ Telegram Gruppe, gab er an, am 01.09.2020 in verschiedenen Läden in der Innenstadt Flyer verteilt zu haben und er versuchte, Mitarbeiter*innen von seiner Propaganda zu überzeugen.
Seinen ersten öffentlichen Auftritt, hatte er bei einem kleineren öffentlichen Treffen von „Querdenken441″, was zunächst auf dem Schlossplatz stattgefunden hatte. Dabei äußerte er einer Gegendemonstrantin gegenüber: „Ich könnte dich jetzt auch Antifa Schlampe nennen“, dann behauptete er, es wäre nicht so gemeint gewesen, er hätte sie ja nicht direkt als Schlampe bezeichnet“ (Twitter Thread zu dem Treffen: https://twitter.com/AAbstand/status/1304062770111971329).

Er beteiligte sich an den beiden Infoständen am 26.09.2020 und am 30.10.2020 in der Innenstadt.
Am 26.09., einem „Querdenken“ Infostand, waren u.a. auch Anke Wolff, Kai Lübbe und Torsten (@Torsten441) mit dabei.
Der Infostand am 30.10., wurde unter dem Label „Eltern stehen auf“ veranstaltet.
Auch hier beteiligte sich Henner Wenkhausen sehr aktiv u.a. mit Dagmar Schlue, die ebenfalls in der „Eltern stehen auf“ Gruppe aktiv ist.

Zusätzlich zu seinen Aktivitäten für „Eltern stehen auf“ und „Querdenken441“ ist Henner Wenkhausen als Verantwortlicher für eine Selbsthilfegruppe aktiv.
Die Gruppe ist eine reine Männergruppe und im Verzeichnis von Gopal Norbert Klein, einem verschwörungsideologischen Heilpraktiker für Psychotherapie und Traumatherapie zu finden.
Die Gruppe ist Teil von Kleins Konzept, lokale „Selbsthilfegruppen“ unter seinem Konzept ins Leben zu rufen.
Die Seite sagt zu den Gruppen: „Wir sind rein biologisch dazu ausgestattet uns gegenseitig zu regulieren und zu helfen, dazu ist letztendlich kein „Traumaprofi“ notwendig“ (https://twitter.com/OlRnn/status/1330115224398131203/photo/2).
Diese „Selbsthilfegruppen“ tragen dazu bei, dass sich Verschwörungsgläubige noch weniger außerhalb ihrer Echokammern bewegen – eine Entwicklung, die sie noch weiter in geschlossene Weltbilder treibt und es umso unwahrscheinlicher macht, dass sie die Verschwörungserzählungen hinterfragen.
Gopal Norbert Klein, hat einen YouTube Kanal und trat auch selbst schon bei Querdenken Veranstaltungen u.a. in Karlsruhe auf.